Erstes "Green Building-Zertifikat" für ein Hotel in Österreich – dank Siemens
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München (25.3.2011). Angesichts stetig steigender Betriebsmittelkosten haben Hotelbetreiber längst erkannt, wie sinnvoll der Fokus auf Energieeffizienz für Hotels ist. So erstaunt es kaum, dass die Energiekosten der am schnellsten ansteigenden Kostenfaktor in der Hotelleriebranche sind – ihr Anteil liegt bei 3% bis 6% der Gesamtbetriebskosten. Von energieeffizienten Komponenten bis zu Gebäudemanagementsystemen hat die heute verfügbare Technologie bereits bewiesen, dass sie den Energieverbrauch deutlich senkt.
Die nachstehende Fallstudie beweist dies: Das Hotel Wende in Österreich gilt als Paradebeispiel für eine erfolgreiche und nachhaltige Verbesserung der Energiepolitik. Die künftigen Anforderungen von Steuer- und Gewerbeverordnungen sowie bestehenden und zukünftigen Emissionsregelungen für die Hotelindustrie werden nicht nur technologischer Natur sein, sondern auch das Management betreffen – von der Mitarbeitermotivation bis zum aktiven Engagement der Hotelgäste.
Der Hotelgast von heute ist umweltbewusster denn je
Die Erwartungen der Gäste ändern sich, und Hotels begegnen diesem zunehmenden Umweltbewusstsein, indem sie wirklich umweltverträgliche Initiativen entwickeln. Dies beginnt bei den Gästezimmern, wo ein Grossteil der Energie in Hotels verbraucht wird. Die Folgen sind klar: die Kontrolle von Kühlung, Heizung, Beleuchtung und Wasserverbrauch führt zu deutlichen Kosteneinsparungen: bedarfsorientierte Systeme allein können die Kosten um 20 bis 30% senken.
Voraussagen nach soll sich die durchschnittliche Hotelaufenthaltsdauer in Zukunft von 1,4 auf 3,6 Tage verdoppeln. Damit wird sich auch der Beitrag der Hotelaufenthalte an der reisebedingten CO2-Bilanz erhöhen. Viele Geschäftskunden der Hotelindustrie engagieren sich stark für Nachhaltigkeit. Und mit entsprechenden Gesetzgebungen wird das Transparenzbestreben noch steigen: Schon heute gibt es Bestrebungen, eine CO2-Bilanz pro Hotelaufenthalt auszuweisen.
Hier können im besonderen die neuesten Energieeffizienz-Technologien, die eine Echtzeitüberwachung und -steuerung des Hotels ermöglichen, einen Beitrag leisten, da sie Zugang auf Echtzeitdaten über den individuellen Energiebedarf und Wasserverbrauch von Gästen bieten.
Noch wichtiger: Hotels mit entsprechend transparentem Datenfluss könnten einen deutlichen Wettbewerbsvorteil haben – zum Beispiel einfach durch den Nachweis der CO2-Bilanz eines Gästeaufenthalts auf der Hotelrechnung.
So wird “grünes” Handeln attraktiv
Umweltfreundliches Verhalten muss für Hotelangestellte wie auch für Gäste attraktiver werden. Die technologische Herausforderung der Dokumentation und Deklaration CO2-relevanter Daten hängt direkt mit der Fähigkeit eines Hotels zusammen, eine effiziente Erfassung, Verteilung, Speicherung und Analyse solcher Daten umzusetzen – und so neue Arbeitsabläufe zu schaffen. Eine der neuesten Entwicklungen ist die Einrichtung zweier Raum-Prototypen in einem führenden Hotel in Madrid. In diesen Räumen wird Siemens-Technologie genutzt, um den Wasser- und Energieverbrauch in Hotelzimmern in Echtzeit zu messen.
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| Einzelraum-Messung in Echtzeit - Wege zu effizientem Energie-Management und effizienten Energie-Prognosen. |
Diese neuen, intelligenten Räume verwenden handelsübliche Schalter, doch jeder Raum ist zusätzlich mit einem intelligenten Gerät ausgestattet, mit dem Wasserverbrauch, Beleuchtung und Energiebedarf (durch Heizung und Klimaanlage) mit dem Steuerprogramm Desigo Hotel Solution überwacht werden. Ein wesentlicher Vorteil liegt darin, dass der Gast selbst zu ökologisch verantwortungsbewusstem Verhalten motiviert wird, indem er seine Verbräuche grafische illustriert am TV ablesen kann. Das Hotel möchte dieses System in der Art weiter entwickeln, dass umweltschonendes Verhalten der Gäste im Rahmen der generellen CRM-Strategie durch ein Loyalitätspunktesystem belohnt wird.
Die Gäste werden ermuntert, beim Auschecken ihren eigenen Energieverbrauch mit dem Durchschnitt des Hotels zu vergleichen. Dies fördert ihr Verantwortungsbewusstsein im Umgang mit natürlichen Ressourcen. Das Hotel wendet diesbezüglich ein Hotel-Management-System von Siemens an, welches sich in das bestehende Front Office-System integriert, um das Raumklima anzupassen – je nachdem, ob der Raum gerade genutzt wird oder nicht. Dieses System ist darüber hinaus mit einem Personalanreiz-System verbunden: Mitarbeiter werden abhängig von Einsparungen bei allen Betriebsmittelkosten entsprechend belohnt.
Auch in Zukunft werden "grünere" Hotels im Fokus bleiben: Initiativen wie der Dow Jones Sustainability Index oder die Green Globe Certification tragen dazu bei, dass Nachhaltigkeit nicht nur ein Schlagwort ist, sondern ein Mittel, mit dem ein Hotel sich durch nachweisliche Ergebnisse vom Wettbewerb abheben kann. Dies schafft neue Gelegenheiten, kommerzielle Interessen und Umweltbedürfnisse zusammen zu führen – zum Beispiel durch eine positive „Guest-Experience“.
Best Practise: "Grüne Erfolgsstory eines Hotels in Österreich - dank SiemensDas Hotel Wende im Stadtzentrum von Neusiedl am See ist das erste Hotel in Österreich, das von der Österreichischen Energieagentur mit dem “Green Building-Zertifikat” ausgezeichnet wurde. Die Siemens Division Building Technologies hat das 4 Sterne-Hotel auf energieeffiziente Technologien umgerüstet. Dank der jährlichen Kosteneinsparungen wird sich diese Umrüstung in spätestens zehn Jahren amortisiert haben. Elf der zwölf Jahre von 1994 bis 2005 zählen zu den zwölf wärmsten Jahren seit Beginn der Klimaaufzeichnungen. Heute hat die CO2-Konzentration in der Atmosphäre den höchsten Wert seit 350.000 Jahren erreicht. Untersuchungen zeigen, dass Gebäude zu 40% des weltweiten Energieverbrauchs (Transport 28%, Industrie 31%) sowie zu 21% der Gesamt-CO2 Emissionen (13% indirekte Emissionen durch Energieverbrauch) beitragen. Hotels sind dabei keine Ausnahme. Innovation gilt allgemein als Schlüssel zum Erfolg im Kampf gegen den Klimawandel und für die Schaffung eines nachhaltigen Wirtschaftswachstums. Neue Gebäudetechnologien, kombiniert mit intelligenter und effizienter Nutzung von Heizung, Kühlung, Lüftung und Warmwassersystemen, können den Energiebedarf deutlich reduzieren. Doch auch bereits verfügbare Technologien tragen dazu bei, die Herausforderung durch den Klimawandel zu meistern – z.B. durch Energieerzeugung vor Ort durch Solar-, Wind- oder geothermischer Energie und zusätzliche Effizienz in der Gebäudebeleuchtung, -heizung und -lüftung.
Energieeinsparungen von 28% – das zahlt sich aus! Das Hotel Wende ist ein Musterbeispiel für die Effizienz solcher Systeme. Der drastische Anstieg des Treibgasausstosses seit Beginn der Industrialisierung steht in direktem Zusammenhang mit der Verbrennung fossiler Brennstoffe, welche trotz allem die Primärenergiequelle bleiben werden und deren Verbrauch weiterhin steigen wird. Beim Hotel Wende wurde dies jedoch als einer der Bereiche identifiziert, in denen neue effiziente Lösungen zu einem Einsparungspotenzial führen können. Das 1970 gebaute 4 Sterne-Hotel, das sich komplett in die Landschaft des – zum UNESCO Weltnaturerbe gehörenden – Nationalparks Neusiedlersee-Seewinkel integriert, umfasst 104 Gästezimmer auf zwei Stockwerken sowie weitere grosszügige Einrichtungen. Im Sinne einer verbesserten Energiebilanz wurde das Hotel im Jahr 2009 von der Division Building Technologies von Siemens umgerüstet. Diese Umrüstung erbrachte Einsparungen in Höhe von über 28% der Anforderung nach Primäreenergie wie Erdgas und Elektrizität. Dies entspricht einer jährlichen Reduktion der CO2-Emissionen von 145 Tonnen bzw. einer Kosteneinsparung beim Energie- und Wasserverbrauch von ca. 22.000 Euro – ungeachtet der Energiepreisentwicklung. Die Investition in Siemens-Technologie zahlt sich bereits heute aus, wie der Hotelbesitzer Horst Wende betont: „Ich habe die Abrechnung vom März 2010 mit jener des Vorjahres verglichen: Wir konnten 3.300 Kubikmeter Gas einsparen. Das ist für einen Monat ein Ergebnis, das sich sehen lassen kann." Energieeffizienz, die sich auszahlt Statt mit Öl wird das Wasser nun durch das in Zusammenarbeit mit dem Solarenergie-Spezialisten Sonnenkraft installierten Solarheizsystem mit Wasser geheizt. Weitere Einsparungen konnten durch neue Pumpen mit Reglern für bedarfsgerechtes Heizen erzielt werden. Die Heizkesselanlage wurde durch einen effizienteren Brennwertkessel ersetzt, und die Schwimmbadlüftung wurde mit einem hochleistungsfähigen Wärmerückgewinnungssystem optimiert. Die Thermostate wurden für eine Raumtemperaturregelung umgerüstet, und wo möglich, wurden Wasserspareinsätze installiert. Siemens hat ausserdem das Energie-Controlling im Hotel abgewickelt, so dass die Einsparungen maximiert werden können. Für seine Energieeffizienz erhielt das Hotel Wende das „Green Building-Zertifikat“, eine Auszeichnung für besonderen Einsatz für die Umwelt und den Klimaschutz. Diese Umweltinitiative wurde 2005 von der Europäischen Kommission ins Leben gerufen und soll den Umstieg auf erneuerbare Energien sowie die Reduktion des Energieverbrauchs und von Abfällen durch privat und kommerziell genutzte Gebäude fördern. In Österreich ist die Österreichische Energieagentur für dieses Programm zuständig. Nach der Auszeichnung mit dem Green Building-Zertifikat sagte Robert Lautner, Projektmanager bei Siemens: „Das Hotel Wende ist mit diesem Projekt ein Vorreiter für energie- und umweltbewussten Tourismus geworden. Wir hoffen, dass zukünftig weitere Betriebe dem Beispiel der Erneuerung von Anlagentechnik, kombiniert mit einer Reduzierung der Energiekosten und weiterführend der CO2-Emissionen folgen. Im Geschäftsjahr 2010 betrug der “Green” Portfolio-Umsatz ca. 28 Milliarden Euro. Siemens ist der weltweit grösste Lieferant umweltfreundlicher Technologien. Im selben Zeitraum ermöglichten unsere Produkte und Lösungen unseren Kunden, ihre CO2-Emissionen um 270 Millionen Tonnen zu reduzieren. Diese Summe entspricht den jährlichen CO2-Emissionen einer Megastadt wie Hongkong, London, New York, Tokio, Delhi oder Singapur." |
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Michael W. Hartmann
Senior Vice President / Head Market Development Board Hospitality
Siemens Building Technologies (I BT FSP VM)
Hofmannstr. 51, D-81379 München
Tel.: +49 (89) 722-46451 Fax: +49 (89) 722-39891
eMail: michael-w.hartmann@siemens.com





