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BREAKING NEWS: Radisson übernimmt prizeotel komplett

Hamburg/Brüssel (4.10.2019). Zum vereinbarten Stichtag, 4. Oktober, hat die Radisson Group jetzt ihre Option aus dem Vertrag von 2016 gezogen und die verbliebenen 51% an der prize Holding GmbH gekauft. Damit gehen Anfang 2020 alle Hotels und der Markenname prizeotel an die Gruppe über, die inzwischen selbst übernommen wurde und zu den chinesischen Jin Jiang Hotels gehört.

Diese Nachricht erreichte hospitalityInside.com gerade von Insidern. prizeotel-CEO Marco Nussbaum war spontan nicht erreichbar. Vor drei Tagen erst, am 1. Oktober, hat er das 20. prizeotel angekündigt. In der Pressemitteilung dazu hiess es: "Neben den vier bereits erfolgreich laufenden Hotels in Norddeutschland (Hamburg (2x), Hannover und Bremen), stehen mit dem Standort Berlin, nun 16 neue Projekte, in unterschiedlich weiten Entwicklungsstadien, in Deutschland, Österreich, Belgien und der Schweiz in den Startlöchern. '10,5 Jahre nach Eröffnung des ersten Hotels, vertrauen Investoren prizeotel Immobilien im Wert von weit über einer halbe Milliarde Euro an', berichtet Marco Nussbaum, Gründer und CEO von prizeotel, stolz. 'Mit den dann 20 Häusern werden wir schätzungsweise einen Netto-Umsatz von über 100 Millionen Euro machen und damit den Ausbau der Marke konsequent weiter vorantreiben', ergänzt Nussbaum weiter."

Der ursprüngliche Deal zwischen prizeotel und der damaligen Rezidor Hotel Group (heute Radisson Hotel Group) war im März 2016 geschlossen worden – als der perfekte Fit für prizeotel zwecks schnellerer Expansion und für Radisson, denen es an einem attraktiven Budget-Produkt mangelte. Rezidor erwarb 49 Prozent an prizeotel und zahlte dafür 14,7 Millionen Euro. Damals betrieb prizeotel in Deutschland drei Häuser: 555 Zimmer in Hamburg, Hannover und Bremen. Ein weiteres – das zweite Haus in Hamburg (Reeperbahn) – war im Bau.

Radisson sichert sich über prizeotel jetzt also gleich 20 Standorte. Ob die chinesische Muttergesellschaft und Radisson diese aber unter ihrem Marken-Namen weiterbetreiben werden, ist heute morgen nicht zu beurteilen. prizeotels Erfolg ist schliesslich auch eng mit der Persönlichkeit seines Gründers Marco Nussbaum verknüpft, der eine besondere Unternehmenskultur lebt. Er gilt als extrem guter Motivator, nimmt kein Blatt vor den Mund und wagt auch neue Wege. Nussbaums Co-Geschäftsführer Connor Ryterski soll das Unternehmen angeblich zum Jahresende verlassen.

Unter Insidern kursieren zudem bereits Gerüchte, dass prizeotel sehr schnell weiterverkauft werden könnte: Noch sind die Zeiten golden und Kapital gibt es in Massen. Radisson könnte damit, noch bevor erste dunkle Konjunktur-Wolken am Himmel aufziehen, vermutlich noch mehr Geld verdienen als man heute für den Kauf der 51% Anteile ausgegeben hat. 

Vor genau einem Jahr hatte Marco Nussbaum in einem Interview mit hospitalityInside.com beschrieben, wie unglücklich er mit Radisson ist und dass prizeotel offenbar in den Merger-Mühlen zerrieben wird. Nussbaum wollte seine stylische Marke mit der exklusiven Handschrift des New Yorker Designers Karim Rashid nicht in der grossen Low Budget-Hotel-Schublade von Jin Jiang bzw. deren Tochter-Unternehmen abgelegt sehen. / Maria Pütz-Willems

 

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