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ITB Hospitality Day: Wer kennt den Öko-Gast?

ITB Hospitality Day 2009_Öko Panel
 

Berlin (1.5.2009). Ralf Grauel, Autor der Trendzeitschrift "brand eins", stellte die Diskussionsrunde dieses vierten "ITB Hospitality Day" vor und übernahm deren Moderation. Der Schwerpunkt: die Definition eines relativ neuen Gäste-Typs in der Hotellerie - des Öko-Gasts. Im derzeit schwierigen Wirtschaftsklima wenden sich die Verbraucher vermehrt Produkten zu, die ihrem individuellen Verständnis von Nachhaltigkeit entsprechen. Hoteliers reagieren auf diese Bedürfnisse, indem sie umweltfreundliche Geschäftspraktiken einführen, die häufig auch aus wirtschaftlicher Sicht sinnvoll sind. Das ist zwar alles schön und gut, aber das Profil dieser Gäste zu definieren, entpuppt sich umso mehr als grosse Herausforderung.

Inmitten der Diskussionsteilnehmer, die eine eindeutige Definition des Öko-Gasts scheuten wie der Teufel das Weihwasser, verdient Alberto Torres Gutiérrez, Marketing & Sales Manager des gerade neu eröffneten Hotels Aguas de Ibiza, einem Mitglied der Design Hotels, zumindest für seinen Versuch in diese Richtung ein wenig Anerkennung. Der erwartete Öko-Gast im Aguas de Ibiza ist "kein Stereotyp, sondern zwischen 35 und 45 Jahre alt, gebildet und daran interessiert, die andere Seite Ibizas kennenzulernen". Da Ibizas Wurzeln der Natur sehr nahe liegen, bedeutet diese "andere Seite" Ibizas die Einbeziehung neuer "grüner" Technologien in das Hotelgefüge, die die Gäste "nicht sehen, aber spüren".

Juergen Maier

Juergen Maier,
American Express.

 

Es lässt sich darüber streiten, ob Gutiérrez mit einem neuen und unabhängigen Hotel leichter eine Zielgruppe definieren kann. Die grosse Tradition und Vielfältigkeit vieler älterer Hotels und Ferienhotelgruppen bedeutet, dass es für sie sehr viel schwieriger ist, die nötigen Veränderungen durchzuführen, um für die neu erkorene Zielgruppe attraktiv zu werden. Deshalb ist ihr Interesse an einer Definition dieser Zielgruppe eher überschaubar.

"Wo bleibt das Ökologische?"

Andere Diskussionsteilnehmer hatten Schwierigkeiten, den Öko-Gast der Zukunft klar zu definieren. Globale Organisationen wie American Express und die Ritz-Carlton Hotel Company, Teil von Marriott International, schienen diesbezüglich unentschlossen. "Wo bleibt das Ökologische?", beklagte sich Jürgen Maier, Director Membership Travel Services Germany & Austria, American Express International.

Trotz der Untersuchungen, die American Express zu diesem Thema im Luxusbereich durchgeführt hat und deren Ergebnis Reisende waren, die Wissen, Erfahrung, Wertschätzung fordern und sich ihres Konsums bewusst sind, "kennen wir das Profil dieser Gruppe nicht", erklärte Maier. American Express erachtet diese Zielgruppe als nicht sehr gross, erkennt aber, dass sie im Wachsen begriffen ist.

Dasselbe gilt für die Ritz-Carlton Hotel Group, bei deren im April 2008 gestarteten Programm "Give Back Getaways" sich keine spezielle demografische Gruppe erkennen liess. In diesem Programm arbeiten Hotels mit lokalen Organisationen zusammen, die von dieser Verbindung profitieren und die Mittel dieses Programms direkt weiterleiten. Die Programme drehen sich um Hunger, Armut, benachteiligte Kinder und Umwelt. Ritz-Carlton profitiert vom Interesse von rund 50% der Gäste und der damit verbundenen Berichterstattung in den Medien. Alle 72 Ritz-Carlton Hotels beteiligen sich mindestens an einem dieser Programme.

"Gute Taten müssen gut durchdacht sein."

Alberto Torres Gutiérrez
Alberto Torres
Gutiérrez,

Aguas de Ibiza.

Dass es noch keine eindeutige demografische Gruppe gibt, liegt teilweise daran, dass bisher nur eine relative geringe Anzahl von 600 Gästen daran teilgenommen hat. Sue Stephenson, Vice President von Community Footprints, äusserte sich bezüglich dieser Zahl eher zurückhaltend, obwohl es eigentlich nicht nötig wäre, da Ritz-Carlton in dieser Richtung immerhin etwas unternimmt. Vielmehr sollte Beifall gespendet werden und Ritz-Carlton seinen Erfolg vermarkten, um wenigstens auf diese Weise Druck auf die Konkurrenz auszuüben.

So gering die Zahl auch erscheinen mag, immerhin haben mindestens 600 Leute mehr etwas zurückgegeben als zuvor. Es sind aber weitaus grössere Teilnehmerzahlen nötig, damit der Hotelsektor seine Möglichkeiten voll ausschöpfen kann und den Menschen somit zeigt, wie man auf neue und andere Art leben und Einfluss auf die Umwelt nehmen kann. Stephenson erklärt diesen feinfühligen Ansatz mit "Gute Taten müssen gut durchdacht sein."

Dies führt zu der Frage, ob der Öko-Gast nur am Luxusbereich der Hotellerie interessiert ist oder dieser Bereich auch an ihm? Für Marc Aeberhard, Chairman of the Board and Owner's Representative, Frégate Island Private, dem sehr teuren und exklusiven Inselresort in den Seychellen, ist die Sache klar. "Man muss in der Lage sein, es auch umsetzen zu können. Nur der Luxussektor ist dazu in der Lage," lautet seine Aussage. Das ist aber eindeutig nicht der Fall, wenn man besonders die Aktionen von Scandic und Rezidor betrachtet. Diese Hotels sind im mittleren Marktsegment angesiedelt und haben grosse Umweltprogramme aufgelegt, die schon rein aufgrund der höheren Gästezahlen weitaus grösseren Einfluss haben werden.

Kein Hotel - ein Naturschutzgebiet

Trotzdem wird Frégate Island hoch für sein Vorhaben gelobt, die Insel wieder in ihren ursprünglichen Zustand zurückverwandeln zu wollen und somit vielen vom Aussterben bedrohten Tierarten eine Zuflucht zu geben. "Wir sind kein Hotel, sondern ein Naturschutzgebiet", erklärt Aeberhard. Und um den ökologischen Faktor wird nur im sanften Einklang mit dem exklusiven Image geworben.

Sue Stephenson

Sue Stephenson,
Ritz-Carlton.

 

"Das ist Selbstverständlichkeit. Wir vermarkten diese Idee nicht. Das ist eine Frage des Respekts. Die Vögel, denen wir einen Lebensraum bieten, waren schon immer da und wir wollen sie nicht ausnutzen", erklärt Aeberherd und spielt dabei den "Öko-Faktor" sanft herunter. Seine Definition der Zielgruppe ist ebenfalls untertrieben, denn "es ist schwierig, unseren Gästen ein Profil zu geben. (Aber) Wir sehen eine neue Generation, die mehr über globale Verantwortung weiss."

Andere Diskussionsteilnehmer sahen eine Veränderung des traditionellen Luxusempfindens, welches normalerweise aus dem Anhäufen materieller Werte bestand. Andrew Harding, Gründer von Nature & Kind, einem Nischenanbieter von Öko-Reisen, erklärt, dass "die traditionellen Vorstellungen von Luxus immer geringeren Wert haben, da wir uns vom offensichtlichen zum bewussten Konsum bewegen und somit die Nachfrage nach der wahren Qualität der Erfahrung zunimmt."

Harding ist der Ansicht, dass die Zukunft des Öko-Tourismus auf Sanftheit, getreu dem Motto "weniger ist mehr", basiert, und Reisende mehr für tief greifende Erfahrungen, als für Verwöhnprogramme zahlen werden. Als Harding erkannte, dass der Öko-Reisemarkt sehr zerrissen war, gründete er Nature & Kind als Verbindung zwischen potenziellen Gästen und der grossen Anzahl an spezialisierten Besitzern/Betreibern und deren Reiseveranstaltern und Reisebüros. "Unsere Arbeit besteht darin, die Profile dieser Nischenanbieter hervorzuheben und direkte Buchungen zu fördern," sagte er.

3 von 30 wollen etwas tun

Marc Aeberhard
Marc Aeberhard,
Frégate Island
Private.

 

"Es besteht die Gefahr, dass sich die Anbieter zu sehr auf den ökologischen Faktor konzentrieren," warnte Harding. "Die Gäste setzen in der Praxis auf 'sanfte Ökologie' und verlangen Entspannung, Stil und Design in ihrer Urlaubserfahrung. Ökologie ist eher ein Thema, das beim Essen besprochen wird." Dies entspricht der "Regel" 30:3, welche besagt, dass von 30 Leuten, die in ihrer Urlaubsplanung etwas für die Umwelt zu tun wollen, nur 3 Leute wirklich etwas davon umsetzen. Eine der Schwierigkeiten bei der Definition des Öko-Gastes liegt darin, dass ein und derselbe Gast an einem Tag "öko" und am anderen genusssüchtig sein kann. Der Wunsch mag zwar bestehen, aber der unbedingte Wille, sich daran zu halten, ist nicht vorhanden.

Einige allgemeingültige nationale Verallgemeinerungen wurden bei der Definition des Öko-Gastes hervorgehoben. "Wir erkennen kulturelle Unterschiede zwischen Grossbritannien und den USA, deren Gesellschaften weitaus menschenfreundlicher sind, verglichen mit den Gesellschaften Kontinentaleuropas (wo dies nicht so sehr der Fall ist)," erklärte Stephenson einen Trend, den Ritz-Carlton bei einem gesteigerten Umweltbewusstsein weltweit feststellen konnte. Die Angelsachsen sind freizügiger im "Geben", da sie aus einem politischen Umfeld stammen, das dem Sozialismus gegenüber weniger voreingenommen ist.

Andrew Harding

Andrew Harding,
Nature & Kind. 
 
                Fotos: map

Gleichermassen stellte Aeberherd fest, dass "die Völker mit keltischem Ursprung - die Deutschen, Briten und Skandinavier - naturverbundener sind als die Völker romanischen Ursprungs - wie Spanier und Italiener." Um potenzielle Gäste nicht zu verärgern, fügt Aeberhard schnell hinzu, dass in wenigen Jahren alle auf gleichem Niveau sein werden.Unabhängig von der Frage der Definition brauchen wir richtige Pioniere, wie bei Nature & Kind zu sehen ist. Es ist schade, dass sowohl Ritz-Carlton als auch Frégate Island nur zurückhaltend über ihre Erfolge sprechen, denn je mehr Vorbilder es gibt, desto besser ist es.

Die Definition des künftigen Öko-Gastes gestaltet sich schwierig, da diese Thematik noch sehr neu ist und die meisten Gäste ein sehr wechselhaftes Verhaltensmuster haben und immer mehr Reisende umweltbewusst handeln. Das Einzige, das sich in diesem Profil klar abzeichnet, ist, dass es immer mehr Öko-Gäste geben wird, da die Umweltsorgen zunehmen. Ausserdem bleibt zu hoffen, dass die verfügbaren Angebote für alle Reisenden "ökologischer" werden. Am Ende wird jeder Gast zu einem Öko-Gast. / Guy Dittrich

 

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