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Super-App, Mini-App, immer App

Gelungene Premiere: m2C Conference in Prag vermittelte viel Wissen über das digitale China

 Tencent Alibaba war

Zwei Männer, die sich China und die Welt aufteilen wollen: links Alibaba-Gründer Jack Ma, rechts
Tencent-Gründer Ma Huateng. Sie hassen sich angeblich. Über diese Karrikatur spricht man derzeit.
/ Foto: China Channel

Prag (15.2.2019). Alibaba, Tencent, WeChat, Mini Program, KOLs, digitale Payments, Retail- und Konsumenten-Trends… Es war schon ein tieferer Blick in die Marketing- und eCommerce-Welt Chinas, die die neue m2C / marketing to China Conference Ende Januar in Prag erlaubte. Das Premieren-Event, das hospitalityInside.com als Medienpartner die ganzen zwei Tage lang begleitete, präsentierte sich als inhaltsstarker Trend-Spiegel des grössten Reise-, Konsum- und Digital-Markts der Welt. Eine erste Zusammenfassung und Einführung in die "App Economy China".

China ist hyperdynamisch und kennt nur Superlative. Kein Wunder: Der Staat bewegt und dirigiert Menschmassen täglich, stündlich, minütlich – und das Internet sekündlich. Ohne Online geht einfach nichts mehr. Dafür sorgen Mega-Unternehmens-Konglomerate wie Tencent und Alibaba, deren Aktivitäten auch in den Tourismus reichen: Beide Unternehmensführer, Ma Huateng von Tencent und Jack Ma von Alibaba, hassen sich inzwischen zutiefst, betonten etliche Redner. Einer kopiere die Tools des anderen, um sie selbst weiter zu verbessern und dem anderen die Kundschaft noch schneller abzujagen. "Business is like war", sagte Redner Bo Ji am Anfang von m2C, der Assistant Dean and Chief Representative for Europe für die Cheung Kong Graduate School of Business – Chinas erster privater und unabhängiger Nonprofit Business School.

Ein Satz, der europäische Seelen erschreckt: In dieser Ecke der Welt ist Business harter Wettbewerb, aber kein Krieg. Bo Jis Versuch, die Quintessenz aus dem Buch "The Art of War" des grossen Militär-Strategen und Philosophen Sun Tzu auf die moderne Business-Welt zu übertragen, fiel im Wording recht kriegerisch aus. Bo Ji sprach von "money war", "battle grounds", "aggressive walks" und schliesslich vom "total victory" – was in dem finalen Satz resultierte: "Winning is not the goal. Total victory is far more important".

Ji Bo Speaker m2C Prague 2018  
Bo Ji sieht die Wurzeln chinesischer Geschäftsstrategien
in den Worten und Werken des grossen Kämpfers
Sun Tzu. / Foto: privat

 

Bo Ji verehrt Sun Tzu sehr und er legte das Buch des chinesischen Kämpfers, der vor über 2.500 Jahren starb (er lebte 545-496 B.C.), jedem CEO ernsthaft als Muss-Lektüre ans Herz – "um die Chinesen wirklich zu verstehen". Bedauernd stellt er abschliessend fest, dass ein ganz neues Zeitalter angebrochen ist: "Mit WeChat hören wir auf, Philosophen zu gebären".

Das WWW ist der Battleground der neuen Zeit. Zum "totalen Sieg" im Geschäftsleben führen knallharte Analysen und permanente Anpassungen an sekündlich wechselnde Situationen. Das führt laut Bo Ji andererseits dazu, dass Chinesen Entscheidungen immer wieder verzögern und fliessen lassen.

Zwischen Super-Apps und Mini Program

China hat sich in eine neue Philosophie gestürzt: die des ultimativen Kommerzes, getrieben vom Ziel totaler Digitalisierung. China ist eine "App Economy" geworden, geformt von Machern wie Ma Huateng und Jack Ma, deren Imperien als sogenannte "Super Apps" bezeichnet werden. Und jedes Tochter-Unternehmen produziert weitere Apps, wächst selbst zur neuen Super App, dringt tief in den Alltag der Anwender ein und steuert deren Verhalten.

Bleiben wir beim Beispiel WeChat, dem chinesischen "WhatsApp", aus dem bereits viel mehr geworden ist als ein Kommunikationskanal. "WeChat ist alles zusammen: Facebook, Google, Instagram, Twitter, Amazon… alles in einer App! Und selbst im Restaurant braucht man keinen Kassierer mehr, nur noch WeChat mit WePay", illustrierte Matthew Brennan die Funktionsvielfalt dieser Super-App, ohne die in China (fast) nichts mehr geht. Der gebürtige Brite, seit 15 Jahren in China zuhause und inzwischen auch mit einer Chinesin verheiratet, war einst bei Tencent angestellt und kooperiert heute mit seiner eigenen Firma China Channel u.a. eng mit der Tencent-Tochter WeChat. In Prag stellte er u.a. das in Europa noch relativ unbekannte WeChat "Mini Program" vor - eine Idee, mit der man (selbst!) Mini-Apps programmieren und neue Services offline anbieten kann. Über eine Million dieser Mini Programs gibt es inzwischen schon; in zwei Jahren könnten es schon 1,5 Millionen sein (ausführlicher Artikel dazu folgt).

  China Cashless in the Streets
  Kein Strassenhandel ohne QR Code! Bargeld
ist in China tabu. / Foto: China Channel

Es ist nur ein Beispiel für den täglich neu aufkeimenden Erfindungsgeist der Chinesen und der raschen Begeisterung des Volkes für Innovationen. "2018 hat China alle 3,8 Tage ein Unicorn geschaffen", berichtete die "South China Morning Post".

Mit dem Smartphone in der Hand bewegt sich der Chinese inzwischen leicht durchs Land. Das Internet funktioniert überall, und das hat das Volk ungeduldig gemacht. Webseiten, die sich nicht binnen drei Sekunden öffnen, werden weggeklickt. Deshalb ein Insidertipp für alle, die Webseiten in China betreiben möchten: Diese müssen auf einem chinesischen Server liegen, um sich derart schnell zu öffnen. Und sie müssen politisch "clean" sein: Das checken Studenten in Shanghai, eingesetzt von der Regierung, erläuterte ein Redner. 300 junge Leute durchkämmen systematisch das Web in puncto Wording.

Mein Smartphone, mein Leben

Im Alltag denkt niemand über solche Dinge nach. Der Chinese zückt sein Smartphone in jeder Lebenslage. Immer häufiger aktiviert er dabei den QR Code – um zu bezahlen oder sofort Infos zu Produkten oder Sehenswürdigkeiten abzurufen. Mit Bargeld ist zumindest in den Städten niemand mehr unterwegs. "Selbst beim Strassenhändler zahlen Sie nur noch über den QR Code", so Matthew Brennan. Oder: Man zahlt mit seinem Gesicht. Die Gesichtserkennung hält massiv Einzug: beim Bezahlen im Restaurant, beim Geldabheben auf Bankomaten. Künstliche Intelligenz filtert das richtige Gesicht sogar aus einer Gruppe, identifiziert die Person selbst unter einer Perücke, verkleidet und stark geschminkt… Ein Video belegte ein entsprechendes Experiment.

Apps, QR Codes und Face Recognition machen das Leben bequem. Bezahlt er seinen Burger über WeChat, sammelt er zugleich WePay-Punkte. Die Quittung für den Burger wird ihm noch ausgedruckt, enthält aber auch einen QR Code, der – aktiviert – die Quittung direkt in das persönliche Abrechnungssystem überspielt. 20 Minuten später schickt die Burger-Kette (automatisiert) eine Message zum Gast mit der Bitte um die Bewertung des Services. Dann kann aber auch noch schneller funktionieren: Steht ein Gast beispielsweise an der Hotelrezeption, erkennt sein Smartphone automatisch den Mitarbeiter dort und am Display poppt sofort das Bewertungstool für diesen Mitarbeiter auf – ein Klick, erledigt.

QR Codes Wall  
QR Codes für alles und überall. Das bargeldlose Bezahlen
und Aufrufen von Informationen wird immer häuftiger mit
Bonuspunkten verknüpft. / Foto: China Channel

 

Der Chinese und die App
kreisen umeinander

"Die Giganten kreieren ein komplettes Ökosystem rund um den Kunden", fasst Jan Smejkal, Jung-Unternehmer und Business-Erfinder, zusammen. Der gebürtige Tscheche, inzwischen ebenfalls nach China übergesiedelt, managte z.B. über die App "Ziroom" seinen kompletten Apartment-Umzug binnen drei Stunden. "Du suchst per App in Deinem Stadtviertel nach einem Apartment. Die App schlägt Besuchstermine vor, stellt mir einen Vertrag zur Verfügung, ich kann ein Umzugsteam und die Reinigung ordern. Dafür musste ich nur einmal unterschreiben". Weil Alibaba wie auch Tencent ihre Kunden nicht mehr loslassen wollen, bieten sie dem Menschen im neuen Heim auch gleich noch die passende App zu allem, was fehlt: Tisch, Toaster oder Handtücher kann man beispielsweise über die Alibaba-Einkaufsplattform Taboao bestellen. "Man kann sofort in der App des Geschäftes mit einem Verkäufer chatten, erhält in Sekunden Antwort und alles wird binnen weniger Tage geliefert."

"40 Milliarden Pakete wurden 2017 China-weit ausgeliefert, 28% mehr als im Jahr zuvor. Diese Zahl hat sich in der letzten Dekade um das 33fache gesteigert", zitierte Jan Smejkal die Nikkei Asian Review. Und Goldman Sachs schätzt, das bis 2020 rund 250 Millionen Lieferungen täglich zugestellt werden.

Das Leben eines Chinesen kreist um die App und die App um den Chinesen. Die Vernetzung wird immer enger und "persönlicher", was auch mit den integrierten Payment-Systemen zusammenhängt. Sie entwickeln sich zum echten Macht-Faktor. Noch hat Alibabas Alipay mit 54% Marktanteil in China die Nase vorn, doch WePay folgt bereits mit 38%, berichtete Jan Smejkal. Matthew Brennan merkte an, dass die Bezahlsysteme immer enger mit Loyalty-Programmen verknüpft werden. "Dort offenbart sich ein Riesen-Potential – das wird die neue Spielwiese für eCommerce!". Aus dem Wettbewerb der Produkte entwickelt sich ein Wettbewerb um personalisierte Produkte. KOLs – Key Opinion Leaders – spielen dabei eine grosse Rolle. Dazu mehr im nächsten Beitrag. / Maria Pütz-Willems 

 

DIE m2C-PREMIERE IN PRAG…

…punktete durch hochkarätige Redner – und litt ein wenig unter der Tatsache, dass fast nur Chinesen sprachen. Da wünschten sich einige Zuhörer einen etwas stärkeren Mix mit westlichen/europäischen Akteuren und mehr Diskussion statt Rede. Trotzdem begrüssten alle die Idee zu dieser Plattform, die im überschaubaren Kreis von 150 Teilnehmern viele persönliche Gespräche erlaubte. Ein gutes Fundament ist damit gelegt; die nächsten Folge-Veranstaltungen sind bereits für London (2019) und Deutschland (2020) geplant. / map

 

 

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