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Die Wertschöpfungskette ist das A und O

ITB Hospitality Day: Klima-Diskussion liefert Hintergründe

 
  Andreas Reiter stellt beim ITB-Klima-Panel
positive Beispiele vor.

Berlin (9.4.2010). Dass eine direkte Verbindung zwischen der Tourismusbranche und dem Klimawandel besteht, ist unbestritten. Bevor man sich jedoch darüber Gedanken macht, wie Hotels sich diesem Wechsel anpassen können, so Dr. Andreas Walmsley, Course Leader Responsible Tourism and Hospitality am International Centre for Responsible Tourism der Leeds Metropolitan University, ist es hilfreich, zunächst den Einfluss des Tourismus auf den Klimawandel ins Verhältnis zu rücken. Die Diskussion “Klima-Katastrophe: Wie müssen Hoteliers ihre Angebote umstellen?” berührte verschiedene Themen, darunter die direkten Auswirkungen, die Gewinner und Verlierer des Klimawandels sowie Kennzeichnung und Transparenz.

Einschätzungen der UNWTO zufolge ist der Tourismus im weitesten Sinne für etwa fünf Prozent der globalen CO2-Emissionen verantwortlich. In etwa 75% dieser Emissionen entfallen auf den Transport (Luftverkehr ist mit 40% Anteil der Hauptverursacher) und etwa 20% auf den Übernachtungssektor. Die Situation ist sicherlich alles andere als zufriedenstellend, aber da die Hotelbranche nur für insgesamt ein Prozent des Problems verantwortlich ist, sollte sie sich auch nicht zu sehr unter Druck setzen.

Direkte Auswirkungen: Natürlich gibt es direkte Auswirkungen des Klimawandels, beispielsweise das wechselnde Wetter an den Reisedestinationen oder im Falle von Skigebieten die immer geringere Schneehöhe. “Der Klimawandel bewirkt permanente Veränderungen”, so Philipp Ehmer, Ökonom bei Deutsche Bank Research und verantwortlich für den Dienstleistungssektor. Mit der derzeit stattfindenden Neuausrichtung der Marktwirtschaften erkennt Andreas Reiter von dem in Wien ansässigen Forschungsinstitut ZTB Zukunftsbüro, dass "nachhaltiges Wachstum die einzige langfristige Alternative zu quartalsmässigen ''Quickies’ ist (um die Anleger zufriedenzustellen).“

 
Moderator Dr. Andreas Walsmley.  

Ganzheitlicher Ansatz: In puncto “ökologische Lifestyle-Hotels“ plädiert Reiter für einen ganzheitlichen Ansatz. Dabei geht es ihm um ein grundlegend erneuerbares Konzept, bei dem der ökologische Fussabdruck der Tourismusbranche minimiert und die moralische Bilanz sowohl der Hoteliers als auch der Gäste maximiert werden kann. Als Beispiele führte er die Bay of Fire Lodge in Tasmanien (Regenwassernutzung, Grauwasseraufbereitung, Kompostierungstoiletten, Solarenergie) und von Michael Jantzen in einer Studie entworfene North Slope Hotel in den Rocky Mountains (Solar- und Windenergie, passive Solarheizung, Regen- und Schmelzwassernutzung) an.

Gewinner & Verlierer: Die Deutsche Bank stufte Länder nicht nur auf Grundlage direkter Auswirkungen des Klimawandels ein, wie beispielsweise Temperaturen, Meereshöhe, Niederschlagsmengen usw., sondern auch basierend auf ihrer Fähigkeit, mit den sich daraus ergebenden internationalen und nationalen Tourismusströmen umzugehen und sich an die veränderten Bedingungen anzupassen.

Das Ranking zeigte einige offensichtliche Entwicklungen auf wie die zunehmend extremen Wetterbedingungen im südlichen und östlichen Mittelmeer, die in den kommenden 20 Jahren voraussichtlich zu einer Verschiebung des Tourismus hin zum milderen nordwesteuropäischen Klima führen werden. Einige Länder wie Österreich haben bereits damit begonnen, sich auf den immer unzuverlässigeren Schneefall einzustellen, indem einerseits Beschneiungsanlagen installiert wurden und andererseits auf andere Aktivitäten als Skifahren umgesattelt wurde, beispielsweise auf Wellness, um der längeren Sommersaison gerecht zu werden.

 
  Thomas Reisenzahn.

Besorgniserregend ist die Tatsache, dass Länder, die in hohem Masse abhängig vom Tourismus sind, meist am meisten unter dem Klimawandel zu leiden haben, so wie beispielsweise die Inseln im Indischen Ozean. Aufgrund ihrer geringen Grösse sind Mauritius, die Seychellen und die Malediven, bei denen der Tourismus einen besonders hohen Anteil am Bruttoinlandsprodukt ausmacht, nicht in dieser Grafik aufgeführt. Sie sind die absoluten Verlierer und haben am meisten unter dem Klimawandel zu leiden.

Nachfrage: In der Debatte darum, ob die Hotelbranche wirklich um Nachhaltigkeit bemüht ist, machte Thomas Reisenzahn, Generalsekretär der Österreichischen Hotelvereinigung, den Bestand an alten, äusserst ineffizienten Hotels als Klotz am Bein aus. Dennoch sprach Ehmer von einer überwältigenden “Nachfrage nach Nachhaltigkeit, die nicht erzwungen werden kann, sondern einfach etwas Zeit braucht.” Reiter stimmte zu, dass “immer mehr Konsumenten ein ökologisches Bewusstsein entwickeln“und dass es trotz einiger Pioniere - wie dem Boutiquehotel Stadthalle in Wien, dem ersten Hotel in der Stadt, dem die EU das Umweltzeichen verlieh und das eine "Null-Energie-Bilanz“ anstrebt - noch weiterer solcher Projekte bedarf.

Kennzeichnung: Auch das Thema Kennzeichnung stand auf der Tagesordnung. Ehmer hierzu: “Ein einziger Standard wäre ideal, aber das wäre in Europa ein gewaltiger Kraftakt.” Reisenzahl hielt dagegen, dass “ein einziger Standard darauf hinausliefe, die Dinge auf den kleinsten gemeinsamen Nenner zu bringen“, weswegen er regionale Kennzeichnungen bevorzuge. Auch im Hinblick auf Umweltzertifikate zeigte sich Reisenzahn skeptisch und erläuterte, dass solche Zertifikate oftmals dazu verwendet würden, “zusätzliche Punkte zu machen”, wenn es um Marktdifferenzierung ginge.

 
 Andreas Reiter.  

Transparenz: Ob mit oder ohne Zertifikat - die Tage an denen Luxushotels umweltfreundliche Massnahmen „im Hinterzimmer“ treffen, wo die Gäste nichts davon mitbekommen, sind vermutlich gezählt. Vielmehr werden Hotels in Zukunft eher auf der Spur von Resort-Spezialisten wie Six Senses wandeln, die einen äusserst transparenten Ansatz verfolgen, was ihre Bemühungen um Nachhaltigkeit angeht. Bei Six Senses stehen den Gästen die Hinterzimmer offen, so dass diese sich von den getroffenen Umweltmassnahmen selbst überzeugen können. Ob sich die Gäste tatsächlich für den Biomassebrenner oder die Grauwasseraufbereitung interessieren steht auf einem anderen Blatt, aber die Möglichkeit, sich darüber zu informieren besteht und wird nicht versteckt. Mit den Umweltmassnahmen wird es ähnlich laufen wie bei dem kurzlebigen Versuch, Sprinkleranlagen und Rauchmelder zu verbergen, bei denen sich schnell herausstellte, dass sich die Gäste deutlich sicherer fühlen, wenn sie zu sehen sind.

Eine bequeme Wahrheit: Eine Schlüsselrolle bei den Bemühungen um mehr Umweltschutz in der Hotelbranche kommt dem Wunsch der Betreiber zu, ihren Gewinn maximieren zu wollen. Steigende Energiekosten haben die Hotels zu mehr Effizienz gezwungen. Reiter präsentierte Zahlen der Wirtschaftskammer Österreich (WKO), die zeigen, dass die Energiekosten (in Euro) eines 4 Sterne-Hotels in Österreich zwischen 2005 und 2008 um 85% gestiegen sind. Es ist eine bequeme Wahrheit, dass ökologische Ziele gleichzeitig auch ökonomische Ziele sind.

Die Auswirkung der Wirtschaftskrise auf die Umweltschutzpläne der Hotelbetreiber dürfte ein Wechseln von "Werten zu Werten“ wahrscheinlich machen, da es wegen der Krise schwer ist, an Fremdmittel zu gelangen. Während die grossen Hotels, so erwartet Ehmer, weitermachen können wie bisher, werden die kleinen Hotels Probleme bekommen, grosse Investitionen zu tätigen.

 
  Philipp Ehmer.

Und das wirkt sich wiederum auf die kleinen, weniger entwickelten Länder aus - Ehmers "Verlierer“. Von der Senkung der Mehrwertsteuer in Deutschland erwartet sich Reiter, dass der "warme Regen“ für langfristige Investitionen genutzt wird, Investitionen in Nachhaltigkeit.

Auch eine regionale Versorgungskette erachtet Reiter als notwendige Massnahme. Reisenzahn brachte zudem die Überlegung ins Spiel, dass Zuliefer und Versorger “umweltfreundlich werden“, denn der Endverbraucher verlange dies. Er meinte jedoch auch, dass der Endverbraucher, der Gast, “erzogen” werden müsste, da Urlaub nach wie vor eine Zeit des Luxus und Überflusses bliebe.

Fazit: Die Auswirkungen des Klimawandels auf den Tourismus sind bereits deutlich spürbar. Die Wahl des Reiseziels wurde schon immer mit den jeweils vorherrschenden Wetterbedingungen im Hinterkopf getroffen – und daran wird sich auch nichts ändern. Das Problem liegt in den Orten, an denen es kaum oder keine Alternativen zum Tourismus gibt. Hotels können mehr übernehmen als ihren gerechten Anteil, indem sie Reisende über die einfachen, kleinen Schritte (in Al Gores "Eine unbequeme Wahrheit“) informieren, dazu gehören Mülltrennung, Seifenspender usw.. Mit diesen kleinen Dingen kann jeder von uns einen positiven Beitrag leisten, um den Klimawandel zu verlangsamen und jenen zu helfen, die sich nicht selbst helfen können. / Guy Dittrich

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