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IHIF 2017: Die Blase platzt noch nicht

Logo 20 Jahre IHIF  
   

Berlin (10.3.2017). Von Hiobsbotschaften keine Spur – wenn man einmal davon absieht, dass der Run auf Hotel-Immobilien die Preise weiter steigen lässt und Gelegenheiten knapp werden. Beim 20. IHIF in Berlin gaben sich die CEOs kleiner und grosser Hotelmarken so selbstbewusst wie nie zuvor, und Investoren, die bereits ein Objekt in trockenen Tüchern hatten, standen vor der Qual der Wahl, aus der Vielzahl potenter Betreiber den passenden an Land zu ziehen.

Drei neue Hotelprojekte auf Zypern, bereits sechs Hotels in Spanien: Die Expansion der Leonardo Hotels in Europa schreitet ebenso voran wie die von Novum. Beide Marken mit klarem Schwerpunkt auf Deutschland haben inzwischen je über 100 Hotels und sind stolz auf ihre jüngste Errungenschaft – jeweils eine Lifestyle-Marke.

Leonardos NYX ist ein Konzept auf Streetart-Basis. Novum nennt seine Marke Novum Style in die Marke NIU um. Beide Gruppen haben mit ihren neuen Babys bereits erfolgreich das Investoren-Intersse in Europa auf sich gezogen. Ob David Fattal für Leonardo oder David Etmenan für Novum: Die CEOs beteuern ihren Willen zu weiterem Wachstum und weisen etwaige Verkaufsabsichten weit von sich. Dabei haben es die Global Player inzwischen längst auf Fische wie diese abgesehen. Und nicht nur diese: So sprach hospitalityInside.com auch mit der achtgrössten chinesischen Hotelgruppe Dossen über ihre Pläne zu Europa (Bericht folgt). Im letzten Jahr hatte sich Wanda Hotels als erste chinesische Gruppe am IHIF präsentiert.

Laut Andreas Scriven, International Managing Director bei Christie & Co, ist ein Ende der Konsolidierungen in der Branche nicht in Sicht. Die drei grössten Global Player Marriott (Markt-Kapitalisierung 349 Milliarden USD), Hilton (193 Milliarden USD) und Accor Hotels (117 Milliarden USD) vereinten bereits 20 Prozent des Marktanteils auf sich.

Die Chancen für grössere Übernahmen und Fusionen liessen nach, dafür werde man sich künftig auf die Übernahme nationaler Player konzentrieren. Und auch das Investoren-Interessse an Hotels nimmt nicht ab. Und das nicht nur im eigenen Land. Philip Ward, CEO Hotels and Hospitality Group EMEA, JLL, gab einen Einblick in grenzüberschreitende Investitionen, die 2016 bereits 30 Prozent der Investitionen gestellt hätten. Für 2017 erwartet er Investitionen ins Ausland aus China in Höhe von 9,8 Milliarden USD, aus dem restliche Asien in Höhe von 4,4 Milliarden USD, aus dem Mittleren Osten in Höhe von 2,1 Milliarden USD, aus den USA in Höhe von 2 Milliarden USD und aus Europa in Höhe von 1,1 Milliarden USD.

Robin Rossmann, Managing Director bei STR, führte die Gewinner und Verlierer für 2017 bei den Städte-Standorten in Europa auf: Heiss seien Dublin, Barcelona, Madrid und Amsterdam. In der Erholungsphase befänden sich Brüssel, Moskau, Paris und Mailand. Schlechtere Geschäfte erwarteten London, Edinburgh, Manchester und Frankfurt und als solide zeigten sich u.a. Prag, Athen, Rom, Warschau und Budapest. In London, so Rossmann, seien derzeit noch 478 Projekte in der Pipeline.

Einseitiger Brexit-Redner

Als erster Redner beim diesjährigen IHIF in Berlin wies Wirtschaftsexperte Roger Bootle, Chairman bei Capital Economics, auch auf Gefahren hin. Eine Ungewissheit bliebe der Kurs von US-Präsident Donald Trump, eine weitere sei die Eurozone und dort vor allem die wirtschaftliche Entwicklung in Italien und Frankreich. Den Brexit, das Schreckgespenst des Vorjahres, sah Bootle dagegen als weniger bedrohlich an. Obwohl sich Anzeichen häufen, dass er Auswirkungen auf den Markt in Grossbritannien hat. Irland und Spanien, so Bootle, erwiesen sich derzeit als besonders stark, Italien als schwach.

Beim Publikum rief Bootle mit seinen harten und einseitigen Statements pro Brexit und contra EU allerdings Unverständnis hervor, wie mehrere IHIF-Teilnehmer gegenüber hospitalityInside.com festhielten. Sie fragten, weshalb das IHIF einen derartigen EU-Feind einlade, der nicht erfasst habe, dass Tourismus und Hotellerie auf beiden Seiten ein massives Interesse daran hätten, die Freizügigkeit in der Arbeitsplatzwahl weiter zu gewähren.

In diesem Jahr besuchten nach Angaben der Veranstalter über 2.000 Besucher aus 80 Ländern das 20. IHIF in Berlin. Die Hallen wirkten allerdings über viele Stunden hinweg sehr luftig.

Ausführlichere Berichte folgen; das hospitalityInside-Team wechselte vom IHIF nahtlos zur ITB über und ist bis zum Wochenende dort noch präsent. / Susanne Stauss

 

HINWEIS: Ein 12seitiges White Paper über das Transaktionsjahr 2016 im deutschsprachigen Markt, verfasst von Maria Pütz-Willems, ist Teil der Medien-Partnerschaft zwischen hospitalityInside.com, Augsburg, und Questex Hospitality + Travel, New York. Interessenten können diese Zusammenfassung – in Deutsch oder Englisch – über diesen Link gratis herunterladen.

 

 

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