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Totales Versagen an allen Stellen

Alexander Fitz, CEO H-Hotels, über Politik-Unsinn und Inkompetenz

H Hotels Hyperion Hotel Dresden am Schloss Lobby

H-Hotels, eine expansive, kreative und auf Qualität bedachte Gruppe. - Wie viele mittelständische Hotelgruppen werden dem schlechten Pandemie-Management der Regierung zum Opfer fallen?
/ Foto: H-Hotel Hyperion Dresden

Bad Arolsen (15.1.2021). Alexander Fitz, CEO der deutschen H-Hotels und verantwortlich für 60 Häuser, ist es leid mit der Politik: Sinnlose Mehrwertsteuer-Senkungen, unfaire Lockdowns, Novemberlügen, null Finanzhilfen, ignorante und unfähige Politiker, die die Menschen wie Vollidioten behandeln... Für den Unternehmer ist das Mass voll. Er macht an dieser Stelle keinen Hehl aus seinem Frust und spricht vielen Kollegen vermutlich aus der Seele.

H-Hotels gehört zu den expansiven mittelständischen Gruppen in Deutschland, die in den vergangenen Jahren sehr hart und erfolgreich kreative Hotel-Konzepte und wertige Immobilien in den Markt gesetzt haben. Als hospitalityInside.com ihn fragte, welche Forderungen er gegenüber der Politik hat, haute der agile Unternehmer in die Tasten:

"Für mich gibt es nur eine Reihenfolge: Impfen, Impfen, Impfen, Impfen!
Sämtliche anderen Massnahmen haben doch offensichtlich keine Wirkung. Trotz harter Lockdown-Massnahmen gehen die Zahlen durch die Decke. Weder die Schliessung der Hotellerie und Gastronomie, des Einzelhandels und diverser anderer körpernaher und körperferner Dienstleistungen hat einen signifikanten Einfluss auf das Infektionsgeschehen.

Alle Vorschläge aus unserer Branche, egal wie sinnvoll sie waren/sind oder gewesen wären – sie wurden und werden entweder direkt ignoriert oder erst gar nicht verstanden oder verstanden und dann ignoriert. Dabei gab es sehr viele konstruktive und sinnvolle Vorschläge aus unserer Branche.

Über Monate haben wir individuell oder über die Verbände versucht, diese Vorschläge zu platzieren und auf die dringendsten Probleme hinzuweisen. Ich selbst habe mich mit zahlreichen Vertretern der Bundesregierung auseinandergesetzt, um auf sachlicher Ebene zu versuchen, ein realistisches Problem-Bewusstsein zu schaffen.

  Fitz Alexander
  Alexander Fitz: Totales Versagen an allen Stellen.
 / Foto: H-Hotels

Es gab auch weniger sinnvolle bis vollkommen sinnlose Vorschläge (z.B. die Mehrwertsteuer-Senkung), aber stehen den Entscheidern in der Politik nicht genug Fachleute und Berater zur Seite, welche die Werthaltigkeit von Vorschlägen einschätzen können?

Wenn die Politik jedoch noch nicht mal wissenschaftlichen Fakten folgt, warum sollte sie dann systemirrelevanten Unternehmer-Vorschläge folgen?

Ich musste mir zweimal direkt sagen lassen, dass ich und/oder mein Unternehmen keine Systemrelevanz besitzen. Das erste Mal, als ich meine Tochter nicht mehr zur Kita bringen durfte. Da hatte eine Dame Vorrang erhalten, die halbtags eine Kasse im REWE bedient und deren Mann Landwirt ist. Und das zweite Mal, als wir versuchten, bereits im Juli Informationen zum Wirtschaftsstabilisierungsfonds zu erhalten. Damals hiess es sinngemäss: "Eigentlich erfüllen Sie alle Voraussetzungen, aber ob Sie systemrelevant sind, da bin ich mir unsicher". Das klingt nicht nach Kompetenz!

10.000 Euro für 60 Hotels oder 1 Abgeordneten

Wir haben bereits im April dringendst auf die problematische Formulierung im Covid-Gesetz hingewiesen ("…Im Grundsatz bleiben die Pachten geschuldet…"). Hätte es von Anfang an eine faire Verteilung der Schäden zwischen Pächtern und Verpächtern gegeben, wären grosse Teile der "Hilfen" für die Kettenhotellerie gar nicht nötig gewesen. Dass die Politik immer noch von Hilfen spricht, ist ohnehin eine bodenlose Frechheit. Es müsste Entschädigung heissen, denn uns wurde ein Berufsverbot erteilt.

Um die Gemüter zu beruhigen, hat man sich dann die "Novemberlüge" ausgedacht. Wieder wurde mit Milliarden gewedelt, von denen wir nichts erhalten. Als wir im Termsheet der Bundesregierung lasen, dass man uns 75% der Umsätze aus dem Vorjahresmonat zahlen möchte, haben wir zunächst geglaubt, dass man hier entweder sehr ungeschickt "Entschuldigung für unser Versagen in den letzten Monaten" sagen wollte oder schlicht keine Ahnung hat, wovon man da redet.

Hätte man das auf die Fixkosten bezogen (wie z.B. in Österreich), wäre der zu beantragende Betrag in unserem Falle weniger als die Hälfte gewesen und hätte schon enorm viel bewirkt, bzw. in unserem Fall sogar ausgereicht.

Die Politik hat aber so lange gewartet, bis auch bei den finanziell exzellent aufgestellten Gruppen der letzte Cent Eigenkapital verdampft ist. Mit der Konsequenz, dass die Unternehmen sich jetzt neben dem ausbleibenden Zufluss an Liquidität auch noch mit den entsprechenden Margen-Grids der Banken auseinandersetzen müssen. Weniger Eigenkapital = höherer Zins, kein Eigenkapital = maximaler Zins. Genau das, was Unternehmen brauchen, wenn sie in eine unverschuldete Schieflage geraten. Das alles wäre zu grossen Teilen vermeidbar gewesen, hätte sich die Politik mit entsprechender Fachkompetenz ausgestattet.

Dass die Abgeordneten jeden Bezug zur Realität verloren haben, sieht man auch an diesem Beispiel: Am 27. Dezember 2020 erhielten wir endlich 10.000 Euro Abschlagszahlung auf die Novemberhilfe. Das sind nur 83,45 Euro weniger als die Abgeordneten-Entschädigung für einen Bundestagsabgeordneten im Monat (ohne Zuschläge).

Die Wahrheit sagen!

Letzte Woche sollten wir einem Staatssekretär erklären, warum wir "…nur so wenige Pachtverzichte erwirkt" haben. Abgesehen von der Tatsache, dass wir über Millionen-Beträge sprechen, musste ich den Herrn darauf hinweisen, dass die entsprechend wirksame gesetzliche Grundlage zur Verhandlung von Pachtverzichten erst seit dem 18. Dezember existiert. Es ist erschütternd, mit welchem Dilettantismus und welcher Inkompetenz die politischen Akteure arbeiten dürfen.

Der Schutz unserer ältesten Mitmenschen wurde politisch ganz oben auf die Agenda gesetzt. Resultat: Totales Versagen an allen Stellen. Konzepte für Schulen, digitaler Unterricht und Kitas? Resultat: Maximales Versagen an allen Stellen. Kontrolle und Durchsetzung der tausend unterschiedlichen Abstands-, Masken-, Hygiene-, und whatever Regeln? Resultat: Totales Versagen an allen Stellen. Digitalisiertes Prozedere zur Erleichterung von Zahlungsabwicklungen? Resultat: Totales Versagen an allen Stellen.

Wenn ich der Politik heute einen Rat geben sollte, dann würde ich empfehlen, unverzüglich mit dem Werfen von Nebelkerzen aufzuhören und die Wahrheit auszusprechen. Die Menschen in unserem Land sind mehrheitlich in der Lage, mit der Wahrheit umzugehen und danach zu handeln. Ministerpräsidenten, die Lockdowns und neue Massnahmen wiederholt in Kindersprache erklären, behandeln die Menschen wie Vollidioten.

Am Ende müssen wir Covid-19 dankbar sein für diese bitteren, aber lehrreichen Erfahrungen. Die nächste Bundestagswahl ist am 26. September 2021."

In der heutigen Magazin-Ausgabe (Abo) formulieren 15 CEOs und Top-Executives deutschsprachiger grosser und kleinerer Hotelgruppen ihre Forderungen an die Politik. Lesen Sie "Haltet die Zusagen ein!"

 

 

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