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Von Imitation hin zu Innnovation

4. HOTCO Budapest zeigte Altlasten und neue Chance für CEE und SEE

Budapest Souvenir-Laden
Vom Souvenir-Kiosk zum Highstreet-Shop: Dieser bunte Laden in Top-Lage der Fussgängerzone spiegelt den Wandel von Budapest.  / Foto: map

Budapest (31.1.2020). "Emerging Europe" wird in diesem Jahr 30 Jahre alt. "Und die Länder haben sich verändert, von (West) Imitation hin zu Innnovation", beschrieb Markt-Kenner Andrew Wrobel an der Hotel Investment Conference (HOTCO) in Budapest letzte Woche den imponierenden Wandel. Das sieht man vor allem der ungarischen Hauptstadt an, dem Tor zu Südosteuropa. Die B2B-Plattform zeigte auch: Die Herausforderungen wandern von West nach Ost, so auch die Diskussionen.

Es war die 4. Investment-Plattform veranstaltet von Horwath HTL Ungarn, und sie zog über 400 Teilnehmer aus 38 Ländern an. Das imponierte auch Stephan Interthal, dem General Manager des gastgebenden Kempinski Corvinus Hotel Budapest, der HOTCO ebenfalls seit vier Jahren unterstützt. Konferenz-Etage und -Galerie boten die idealen räumlichen Voraussetzungen für ein kommunikatives Event (sh. auch Kurzinterview mit Interthal ganz unten).

Dass Budapest die Schnittstelle zwischen West- und Osteuropa darstellt, spiegelte sich an der Konferenz in der Präsenz der grössten internationalen Ketten, diverser Investment-Gesellschaften und auch schon einzelner Investoren aus Fernost. Central Eastern Europe (CEE) und South Eastern Europe (SEE) geht es wirtschaftlich gut, die Chancen sind gewaltig.

Es gibt allerdings etliche "Aber" bei dieser positiven Prognose: Die Gesetzeslage in CEE/SEE bleibt herausfordernd, ebenso wie der massive Mitarbeiter-Mangel: 40% der jungen Leute haben ihre Länder verlassen, stellte Andrew Wrobel, Gründungspartner der Internet-Plattform Emerging Europe fest, "und es wird nicht besser". Es muss stimmen, denn jede Talkrunde beklagte unabgesprochen den HR-Notstand in der Branche.

Politisch gesehen befinden sich etliche Länder der Region noch in der EU-Warteschleife (z.B. Montenegro, Serbien, Bosnien-Herzegowina, Ukraine, Weissrussland); sie werden so gezwungen zu reformieren – auch, um sich von so "alltäglichen" Dingen wie russischem Gas unabhängig zu machen: Die Luft in den schönsten Städten sei heftig verpestet, merkte der Redner an. Es klang, als hielten sich mit Blick auf den Tourismus grosse Möglichkeiten und massive Probleme die Waage.

 HOTCO 2020 Budapest Roundtable  

Detail-Diskussionen in kleinerer Runde am Ende des Konferenztages:
Hier ging es um Ungarn. / Foto: Horwath HTL Hungary

 

Baukosten liegen
allen im Magen

Die grossen Ketten waren fast alle da: Accor, Choice, Hilton, IHG, Louvre, Marriott, Orbis, Radisson, Vienna House, Wyndham. Und sie trugen Ähnliches vor wie auf westlichen Konferenzen: Jeder hat so viele Marken und Vertragsvarianten im Gepäck, dass man alle Standorte passend bestücken kann. Was auffiel: Die Diskussionsteilnehmer kamen schnell auf die rapide steigenden Baukosten in der Region zu sprechen, so dass "sich alles darum dreht, die Entwicklungskosten mit der passenden Marke und deren RevPAR zu matchen", merkte Miguel Martins, Development Director Eastern Europe & Turkey von IHG an. Marriott-Developer Janusz Mitulski, Senior Director CEE & Ukraine, meinte dazu trocken: Mehr Investoren sind weniger emotional getrieben, mehr als je zuvor schauen sie auf die Zahlen – auch dann noch, wenn sie voller Begeisterung darüber sind, tolle Standorte für Conversions gefunden zu haben.

Die Ratio setzt sich durch, von West nach Ost. Umso skurriler war es, zu hören, dass selbst die Global Player sich – nach eigenen Worten – für winzige Projekt-Grössen interessieren: Accor und Hilton sehen sich Hotels ab 30 Zimmer an, IHG und Marriott ab 50, Wyndham ab 60 Zimmer.

CEE, SEE, die GUS/CIS-Staaten und der Kaukasus, all diese Länder ergeben ein buntes Länder-Potpourri mit viel (unkontrollierbarem) Land – wenigen Städten, unterschiedlichen Korruptionsgraden und fehlender Compliance. Als Land mit einer überzeugenden Entwicklung wurde immer wieder Georgien genannt. Und unter den Städten natürlich Budapest.

Mehr Gäste, Übernachtungen, Zimmer, Marken

Die ungarische Tourismus-Entwicklung kennt seit Jahren nur den Weg nach oben. Im Jahr 2018 verzeichnete das Land laut Nationaler Tourismusbehörde, die sich auf Zahlen des Statistischen Zentralamtes stützt, rekordverdächtige Reisezahlen. Vor zwei Jahren wurden in den gewerblichen Unterkünften quer durch Ungarn 12,5 Millionen Gäste registriert, was einem Anstieg von mehr als 5% im Vergleich zu 2017 entspricht. Im Jahr 2018 registrierte das Land 31 Millionen Gäste-Übernachtungen – eine Million mehr als im Jahr 2017. Die beiden beliebtesten Ziele waren Budapest und der Plattensee. Die wichtigsten Treiber des Tourismus sind die Airlines. Der Flughafen Budapest hat weitere Investitionspläne angekündigt, darunter den Bau eines neuen Terminal-Gebäudes bis 2024.

 

 

 

 

 

 

Radvanszki Attila  
  Attila Radvánszki: Neue Marken
machen den Markt anspruchsvoller.
/ Foto: Horwath HTL Hungary

Damit zieht die ungarische Hauptstadt, die übrigens auf dem Breitengrad von Mailand liegt, immer mehr Touristen an. Kein Wunder, dass die grossen Ketten auf der HOTCO vertreten waren. Attila Radvánszki, Direktor von Horwath HTL Hungary, betont, dass die grosse Auswahl an Marken, die in die Stadt kommen, den Markt anspruchsvoller machen wird, was letztlich einen Mehrwert für die Budapest-Besucher schafft. Die angekündigten Marken werden von Jo & Joe bis hin zu Radisson Collection und allen dazwischen reichen. HOTCO-Insider erwähnten weitere konkrete Marken-Namen, die kommen werden, wie z.B. St. Regis, W, Edition, Tribe, Pestana, Eurostars, H2, Ramada und Quality Inn.

Informationen von Horwath HTL Hungary zufolge sind in Budapest etwas mehr als 50 Projekte mit 5.700 Schlüsseln in der Pipeline, die mit hoher Wahrscheinlichkeit innerhalb der nächsten fünf Jahre realisiert werden. Allerdings könnten sich diese auch locker noch um einige Jahre verzögern. Das aktive Interesse für die ungarische Hauptstadt wird weiter unterstrichen durch die 20, als "spekulativ" eingestuften Projekte, die sich noch zu den erwähnten 50 gesellen werden; sie befinden sich noch in der frühen Planungsphase und könnten noch ihre Funktion verändern oder sie sind schon vor einigen Jahren stillgelegt worden.

Die grossen Marken zielen auch auf die eher ländlichen Regionen ab: In einem ersten Schritt planen die meisten von ihnen, ihre Mittelklasse-Marken in den grösseren Sekundärstädten zu platzieren. Attila Radvánszki stellt fest, dass das sogenannte "Kisfaludy-Programm", das der Staat 2017 auf den Weg gebracht hat und das immer noch läuft, die Zahl der Neueinsteiger auf dem Land sogar noch erhöhen könnte, bleibt aber gleichzeitig skeptisch: "Die Tatsache, dass eine Gruppe einen Pitch gewinnt und dafür eine CAPEX-Finanzierung erhält, bedeutet nicht unbedingt, dass das Geld auch sofort in ein Projekt fliesst. Die ständig steigenden Entwicklungskosten machen es den Projekt-Eigentümern schwer, die Finanzierung zu strukturieren, was unweigerlich zu massiven Verzögerungen führt".

Auf dem Land sind bis 2024 etwa 40 Projekte mit 3.700 Schlüsseln in unterschiedlichem Entwicklungsstand in Vorbereitung, wobei die durchschnittliche Grösse der Projekte deutlich geringer ist als in der Hauptstadt. Die wichtigsten Ziele bleiben, wie oben erwähnt, der Plattensee einschliesslich der Thermal-Destinationen in seiner Umgebung sowie Grossstädte wie Győr, Miskolc und Debrecen. / Maria Pütz-Willems

 

Boom-City Budapest

4 Fragen an Stephan Interthal, GM Kempinski Corvinus Budapest


Wie geht es Ihnen und der Stadt Budapest aktuell?

Ich bin sehr glücklich in dieser lebendigen, jungen Stadt, in der sich vieles sehr positiv verändert hat. Ich war bereits schon mal hier von 1997 bis 2004 und erlebe heute ein ganz anders Budapest, das eine tolle Entwicklung in den letzten 20 Jahren genommen hat. Die Finanzkrise von 2009 ist überwunden; seit 2014 geht es aufwärts. Das Kempinski Corvinus Budapest hat seitdem fünf Rekordjahre hingelegt. Umsatz und Ertrag haben sich parallel gesteigert. Das Jahr 2019 haben wir mit einer Belegung von durchschnittlich 72% abgeschlossen, die durchschnittliche ADR lag bei 180 Euro netto netto.

Interthal Stephan Konferenz Hotco   
Gastgeber Stephan
Interthal letzte Woche
in Budapest.
/ Foto: Horwath HTL Hungary

 

Wie entwickelt sich die Hotel-Szene in der Stadt?

Es gibt einen gesunden Wettbewerb, vor allem im Luxus-Segment, in dem seit Jahren das Four Seasons Hotel der RevPAR-Führer ist. Wir bewegen uns aber auch weit oben, das Haus ist in einem Top-Zustand, wir renovieren permanent und wir haben mit unserem Eigentümer seit 2015 rund 18 Millionen Euro investiert. Kempinski verfügt zudem über ein gewachsenes Netzwerk. Wir waren mit der Eröffnung 1992 das erste Luxushotel in der Stadt.

Das Top-Segment wird sich aktuell und in naher Zukunft verändern, wenn wie geplant in 2020/21 weitere Luxus-Marken eröffnen werden (W Hotel, St. Regis, Luxury Collection, Hyatt Regency). Ich sehe trotzdem noch keine Überkapazitäten im Luxus-Bereich; der Supply wird die Nachfrage absorbieren. Budapest zählt heute bereits 16 Millionen Touristen im Jahr, und wir sehen keinen Grund, warum sich dieses nicht noch steigern wird.

Welche Hotels aus dem nächstfolgenden Segment werden versuchen, die Luxus-Hotellerie zu bedrängen?

Die Zahl der 4 Sterne-Hotels ist in der Tat in den letzten Jahren stark gewachsen, ist aber weitgehend in der traditionellen Hotellerie und damit auch im traditionellen Design verhaftet geblieben. Es gibt zahlreiche privat geführte 4-Sterne-Hotels, die eigentlich allesamt erfolgreich sind. Diese junge Destination braucht wie andere Städte auch internationale, junge, peppige Brands – etwa im Stil von 25hours, Indigo, Andaz oder Vienna House. Ich denke, ein bunter Hotel-Mix wird Budapest und Ungarn als Reiseziel hochhalten.

Sie sind, mit einer zehn jährigen Unterbrechung, jetzt insgesamt 12 Jahre in Budapest. Wie hat sich die Mitarbeiter-Situation verändert?

Vor vielen Jahren noch konnte man als GM die Mitarbeiter sozusagen "vom Bürgersteig weg" engagieren. Heute haben wir quasi Vollbeschäftigung, zumindest in Budapest. Wir selbst werben schon lange nicht mehr von unseren Wettbewerbern ab, sondern finden hotel-interessierte Mitarbeiter und Talente in allen möglichen Branchen, z.B. im Einzelhandel. Wir suchen nach Talent, "Skills" können wir trainieren.

Natürlich verlieren wir auch einige Mitarbeiter wieder – und leider verliert Ungarn zu viele an Österreich und Deutschland. Wir selbst haben uns jüngst über eine Agentur Mitarbeiter aus der Ukraine geholt. Man muss als Arbeitgeber in der Hotellerie eben auch neue Wege gehen und die Augen immer offenhalten. Budapest hat z.B. starke ausländische Communities, deren zweite Generation schon hier lebt. Wir sind daran interessiert, die Leute im Land zu halten! / map

 

 

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